Sein erstes Training. Raphi stellt sich einfach ins Tor und allen ist klar: Da gehört er hin. Und da bleibt er. Torwart ist bekanntlich die undankbarste Position im Handball. Du kriegst die Würfe ab, die blauen Flecken, die Schuld. Aber dir gehören auch die Momente, die Spiele entscheiden. Raphi versteht diese Rechnung sofort und sie geht für ihn auf.
Serie A, die höchste Liga Italiens. Ein Sechzehnjähriger zwischen den Pfosten, gegen Männer, die vom Handball leben. Dann die Siebenmeter: einer gegen einen, kein Ausweg. Genau die Momente, für die Raphi im Tor steht. Und er steht da, als hätte er nie etwas anderes getan.
Der Gegner, den keiner besiegen kann. Diagnose: Krebs. Raphi muss sein geliebtes Tor verlassen. Auch dieses letzte Spiel spielt er wie alle zuvor: mit vollem Einsatz, Rückschlag um Rückschlag ...und er steht immer wieder auf. Zwanzig Monate lang hält er alles, was zu halten ist.
Die Uhr bleibt stehen. Raphi wird nur 22 Jahre alt.